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Ziegeldecke

Alle Ziegeldecken werden als fertige Systeme angeboten, die bereits alle üblichen statisch konstruktiven Angaben, von der Materialauswahl bis zur Zulagebewehrung bei Deckendurchbrüchen, enthalten.

Das statische System ist der Einfeldträger, der bei entsprechender Geometrie durch Zulagebewehrung auf der Baustelle zum Durchlaufträger erweitert werden kann. Die Bemessung der Deckensysteme basiert auf dem Eurocode 2 und der Trägerdeckennorm ÖNORM EN 15037. Von den Herstellern werden die einzelnen Produkte in Traglasttabellen zusammengefasst. Je nach Raumgeometrie, Deckenauflast und den Deckendurchbrüchen wird durch Variation der Trägerabstände (Deckenziegelbreite), der Höhe des Ziegel und des Aufbetons, der Betonfestigkeitsklasse und der Zulagen bei Deckenauswechslungen die erforderliche Deckentype ermittelt.

Der Vorteil der Ziegeldeckensysteme liegt einerseits in der Vollständigkeit (mit der Trägerauswahl einer Deckentype sind alle statischen Anforderungen erfüllt) und andererseits in der hohen Flexibilität, weil selbst auf der Baustelle die Träger noch gekürzt und durch einfache Zulagebewehrungen den Gegebenheiten angepasst werden können. Damit eignen sich die Ziegeldecken aus statisch konstruktiver Sicht nicht nur für den Neubau, sondern insbesondere für die Sanierung und den Dachausbau. Die am Markt befindlichen Deckensysteme weisen systembedingt unterschiedliche zulässige Beanspruchungen aus, für die typenstatische Berechnungen und Bemessungstabellen vorliegen.

 

Auflasttabelle Füllkörperdecke
Beispiel 6-01: Auflasttabelle Füllkörperdecke

 

Bezüglich des Brandwiderstandes von Ziegeldecken liegt ein Klassifizierungsbericht tragender Ziegeldecken mit und ohne Aufbeton und einer Putzoberfläche von mindestens 1,5 cm an der Unterseite vor, der zusammenfassend für alle Ziegeldecken eine brandtechnische Klassifizierung von REI 120 ausweist.

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